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Laudatio 1995 Bester deutschsprachiger Roman

Gisbert Haefs:
Traumzeit für Agenten

Agenten führen ein gefährliches Leben – besonders wenn sie wie Duncan Delgado für ein offiziell nicht existierendes Ministerium arbeiten. Man kennt das Spielchen ja aus „Mission: Impossible“. Sollte etwas schiefgehen, so kann man keine Hilfe erwarten und sich nicht einfach auf seinen Geheimauftrag berufen.

Doch dies ist kein einfacher Agententhriller und Duncan Delgado auch „kein fahrender Ritter, der den Bedrängten beisteht und die Hochmütigen niederringt“. Ihm geht es zuerst einmal um seine Bezahlung und die Möglichkeit, nebenbei auch sein leben wieder etwas interessanter zu gestalten, einen wie auch immer gearteten Ehrgeiz nach Karriere besitzt er nicht. Kein Wunder also, daß er auf andere wie eine „Maschine, Reaktionsmasse ohne Aktion – Fernlenkwaffe ohne eigenes Ziel wirkt“…

Der Auftrag erscheint logisch und unkompliziert. Auf einer Kolonialwelt rebellieren die Ureinwohner gegen die Siedler, die die reichen Bodenschätze des Planeten ohne Rücksicht auf die Natur ausbeuten. Da ein Konflikt unausweichlich scheint, soll Delgado Kontakt mit den Rebellen aufnehmen und die Entwicklung beschleunigen, ein Schwelbrand soll kurzzeitig angefacht werden, um dann ebenso rasch wieder durch eine dann mögliche diplomatische Intervention von außen erstickt zu werden.

Doch ist dies keine einfache Agentenstory, sondern ein waschechter Science-Fiction-Roman. Und so muß Delgado schon bei seiner Ankunft feststellen, daß es den Rebellenführer, mit dem Kontakt aufnehmen soll, gar nicht gibt und der Planet noch zahlreiche weitere Ungereimtheiten aufzuweisen hat. Dabei wird er letztendlich dazu gezwungen, die Initiative in diesem geheimnisvollen Spiel zu übernehmen, um sein Überleben zu sichern.

Gisbert Haefs gelingt es mit „Traumzeit für Agenten“ nicht nur, eine bis zum Schluß spannende Story zu erzählen, sondern er nutzt auch jede Gelegenheit, um ein überzeugendes Bühnenbild abzuliefern. Betrachtet man sich die Kulturen der erde, so wirken viele SF-Werke erbärmlich langweilig und antiseptisch und spotten oft genug ihrem Genre. Nicht so die Welt des Duncan Delgado: Er genießt nebenbei fremdartige Leckerbissen, erlebt eine fremde Flora und Fauna und muß sich mit Eingeborenen auseinandersetzen, deren Riten und Glauben nie richtig untersucht wurden. Durch Lexikoneinträge und Fußnoten fühlt man sich als Leser oft ein wenig so, als ob man einen Reisebericht über ein fernes Land liest – man erhascht Einblicke in eine fremde, aber doch in sich schlüssige und vielfältige Kultur.

Für diesen gelungenen SF-Roman, der zeigt, daß deutsche Science Fiction nicht intellektuell langweilen oder trivial sein muß, sondern auch anregend unterhalten kann, gebührt Gisbert Haefs nach Meinung des Komitees der SFCD-Literaturpreis für den besten Roman des Jahres 1994.

Florian Breitsameter
– für das Literaturpreiskomitee –
April 1995

1995

Beste deutschsprachige Kurzgeschichte Bester deutschsprachiger Roman
Der SFCD-Literaturpreis 1995 für die beste deutschsprachige Kurzgeschichte geht an »Der Fall des Astronauten« von Andreas Fieberg
in: N. N. [Hrsg.], »DAEDALOS Nr. 0«
Hubert Katzmarz Verlag, ISBN-10 unbekannt
– Laudatio (zur Zeit leider nicht verfügbar)

Die weiteren Platzierungen:

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Der SFCD-Literaturpreis 1995 für den besten deutschsprachigen Roman geht an »Traumzeit für Agenten« von Gisbert Haefs
Haffmanns Verlag, Allgemeine Reihe 255, ISBN-10 3-251-00255-4
auch (1997): Heyne Verlag, 01/10288, ISBN-10 3-453-12457-X
– Laudatio (zur Zeit leider nicht verfügbar)

Die weiteren Platzierungen:

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Die Preisträger

Jahr Beste deutschsprachige Kurzgeschichte Bester deutschsprachiger Roman
2017 »Das Netz der Geächteten« von Michael K. Iwoleit
Laudatio
Platzierungen
»Prinzipat [Die Welten der Skiir Band 1]« von Dirk van den Boom
Laudatio
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2016 »Operation Gnadenakt« von Frank Böhmert
Laudatio
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»Das Schiff« von Andreas Brandhorst
Laudatio
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2015 »Knox« von Eva Strasser
Laudatio
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»Alpha & Omega — Apokalypse für Anfänger« von Markus Orths
Laudatio
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2014 »Seitwärts in die Zeit« von Axel Kruse
Laudatio
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»Dschiheads« von Wolfgang Jeschke
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2013 »Zur Feier meines Todes« von Michael K. Iwoleit
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»Das Artefakt« von Andreas Brandhorst
Laudatio
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2012 »In der Freihandelszone« von Heidrun Jänchen
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»Galdäa – Der ungeschlagene Krieg« von Karsten Kruschel
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2011 »Orte der Erinnerung« von Wolfgang Jeschke
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»Walpar Tonnraffir und der Zeigefinger Gottes« von Uwe Post
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2010 »Boa Esperança« von Matthias Falke
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»Vilm« von Karsten Kruschel
Teil 1: »Der Regenplanet«
Teil 2: »Die Eingeborenen«
Laudatio
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2009  »Weg mit Stella Maris« von Karla Schmidt
Laudatio
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 »Das Tahiti-Projekt« von Dirk C. Fleck
Laudatio
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2008  »Heimkehr« von Frank W. Haubold
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 »Die Schatten des Mars« von Frank W. Haubold
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2007 »Canea Null« von Markus Hammerschmitt
Laudatio
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»Die fünf Seelen des Ahnen« von Ulrike Nolte
Laudatio
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2006 »Psyhack« von Michael K. Iwoleit
Laudatio
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»Das Cusanus-Spiel« von Wolfgang Jeschke
Laudatio
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2005 »Die Asche des Paradieses« von Karl Michael Armer
Laudatio
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»Der Schwarm« von Frank Schätzing
Laudatio
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2004 »Ich fürchte keine Unglück« von Michael K. Iwoleit
Laudatio
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»Der Letzte seiner Art« von Andreas Eschbach
Laudatio
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2003 »Small Talk« von Arno Behrend
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»Kaisertag« von Oliver Henkel
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2002 »Wege ins Licht« von Michael K. Iwoleit
Laudatio
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»Die Zeitmaschine Karls des Großen« von Oliver Henkel
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2001 »Ein Plädoyer« von Rainer Erler
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»Zurück« von Fabian Vogt
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2000 »Wiedergänger« von Michael Marrak
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»Hundert Tage auf Stardawn« von Matthias Robold
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1999 »Die Stille nach dem Ton« von Michael Marrak
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»Jesus Video« von Andreas Eschbach
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1998 »Die Wunder des Universums« von Andreas Eschbach
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»Grüße vom Sternenbiest« von Robert Feldhoff
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1997 »Der menschliche Faktor« von Michael Sauter
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»Solarstation« von Andreas Eschbach
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1996 »Die Sonde« von Marcus Hammerschmitt
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»Die Haarteppichknüpfer« von Andreas Eschbach
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1995 »Der Fall des Astronauten« von Andreas Fieberg
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»Traumzeit für Agenten« von Gisbert Haefs
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1994 »Schlechte Nachrichten aus dem Vatikan« von Wolfgang Jeschke
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»GO! Die Ökodiktatur« von Dirk C. Fleck
Laudatio
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1993 »10 Punkte« von Norbert Stöbe
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»Die goldenen Heiligen oder Columbus entdeckt Europa« von Herbert Rosendorfer
Laudatio
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1992 »Das letzte Signal« von Egon Eis
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»Fatous Staub« von Christian Mähr
Laudatio
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1991 »Gödel geht« von Andreas Findig
Laudatio
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»Zentrum der Milchstraße« von Herbert W. Franke
Laudatio
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1990 »Kasperle ist wieder da!« von Gert Prokop
Laudatio
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»Den Überlebenden« von Maria J. Pfannholz
Laudatio
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1989 »Der Käse« von Rainer Erler
Laudatio
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»Kiezkoller« von Fritz Schmoll
Laudatio
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1988 »Das liederlich-machend Liedermacher-Leben« von Ernst Petz
Laudatio
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»Die Wolke« von Gudrun Pausewang
Laudatio
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1987 »Vryheit do ik jo openbar« von Reinmar Cunis
Laudatio
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»427 – Im Land der grünen Inseln« von Claus-Peter Lieckfeld und Frank Wittchow
Laudatio
sowie
»Nach dem Ende« von Friedrich Scholz
Laudatio
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1986 »Nekyomanteion« von Wolfgang Jeschke
– Laudatio (wurde nicht erstellt)
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»Der Tag an dem die Mauer brach« von Thomas R. P. Mielke
– Laudatio (wurde nicht erstellt)
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1985 »Ein Mord im Weltraum« von Thomas R. P. Mielke
– Laudatio (wurde nicht erstellt)
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»Die Kälte des Weltraums« von Herbert W. Franke
– Laudatio (wurde nicht erstellt)
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